November 25. 2009 21:47:32
Kegeln: Sport oder Spiel
Das heutige Sportkegeln ist eigentlich aus einem uralten Spiel entstanden. Das Kegeln begann, wie viele andere Sportarten, sehr primitiv. Das Kegelspiel scheint das einzige Spiel zu sein, das die Welt den alten Deutschen verdankt. Das Wort "Kegel" trat in dieser Form erstmals im 13. Jahrhundert in Hugo von Trimbergs Lehrgedicht "Der Renner" auf.
In einem Spielverbot Karls V. von Frankreich aus dem Jahre 1369 wird auch das Kegelspiel in Acht und Bann geschlagen. "Tous jeux de dez, de tables de paume, des Quilles ....", also alle Würfel-, Brett-, Tennis- und Kegelspiele.
Als dann Bahnen aus festgeklopftem Lehm entstanden, ergriff das Kegelspiel immer grösse Kreise, und das Spielen um Geld und hohe Einsätze nahm so Ueberhand, dass neue behördliche Vorschriften erlassen wurden.
Der Kanton Schwyz hat zum Beispiel im 15. Jahrhundert das Kegeln bis zu einem Höchsteinsatz von einem Gulden gestattet. Ein Berner Mandat aus dem Jahre 1667 spricht erstmals vom Kegeln als "Manns- und Leibesübung", weshalb es zugelassen wurde. Es durfte aber nicht höher als um eine "Uerte" gespielt werden.
Noch vieles wäre zu berichten aus früheren Tagen und Jahren bis zur Zeit, da die ersten Asphaltbahnen erstellt waren und das Kegeln endgültig "unter Dach" gebracht war. Denken wir nur an das Kegeln auf den alten Ladenbahnen in den Gärten der Gasthöfe, wo es manchmal "hoch" zuging, so dass das Kegeln als lärmendes Spiel in die Gesetze einging und dort vielfach heute noch sein Wesen respektive sein Unwesen treibt.
Auch die Damenwelt hat sich bereits im 16. Jahrhundert für das Kegelspiel interessiert. Allerdings zogen sich die Damen, wegen der damaligen Mode, zur Ausübung des Spiels auf etwas ruhigeres Gelände zurück.
Die Asphalt- und Kunststoffbahnen der neueren Zeit brachten das Kegeln im wahrsten Sinne des Wortes auf eine neue Ebene. Aber die Geschichte lehrte uns, dass jede neue Epoche neue Probleme aufwarf und diesmal machte sich erneut das Spielen um Geld unangenehm bemerkbar. Um diesen ungesunden Verhältnissen entgegenzutreten, wurde im Jahre 1931 die Schweizerische Kegel-Vereinigung (SKV) mit dem Leitsatz gegründet: Das Kegeln als Amateursport zu betreiben und Auswüchse auf den Bahnen zu bekämpfen. Aller Anfang war auch hier schwer.
Es brauchte Jahre und intensive Anstrengungen, um dem gesunden Grundgedanken zum Durchbruch zu verhelfen. Heute steht jedoch die Schweizerische Kegler-vereinigung, die seit geraumer Zeit in Schweizerischer Sportkegler-Verband (SSKV) umbenannt wurde, auf festem Boden. Sie ist im Kreise der Sportler die einzige anerkannte Organisation dieser Sparte und ist seit 1939 auch Mitglied des Schweizerischen Landesverbandes für Sport (SLS).
Wie erlernt man den Kegelsport?
Selten ein Sport bietet so vielen die Möglichkeit, ihn zu betreiben wie der Kegelsport. So ist er unabhängig von der körperlichen Konstitution, vom Alter sowie vom Geschlecht, ja sogar bis zu einem gewissen Grad können auch körperlich Behinderte den Kegelsport betreiben.
Der Kegelsport eignet sich gut als Ablenkung im täglichen Leben. Er bietet die Möglichkeit, ihn als Ausgleich zu anderen Sportarten zu betreiben und fördert nicht zuletzt die Pflege der Freundschaft und Kameradschaft.
Wer aber im Kegelsport Erfolg haben will, benötigt doch ein gewisses Talent, viel Wissen, eine gesunde Einstellung, gute Grundkondition, eine gute Technik und vor allem Anpassungsfähigkeiten. Man denke hier nur an die verschiedenen Kegelbahnen mit ihren besonderen Eigenschaften. Wer diese Fähigkeiten besitzt, muss aber trotz allem noch viel trainieren und Wettkämpfe bestreiten.
"Wettkämpfe sind das beste Training".
Sportkegeln ein Leistungs- und Ausgleichssport
Das Sportkegeln ist nicht mit dem in der Schweiz weitverbreiteten geselligen Kegelspiel zu vergleichen. Hier geht es um viel mehr als man denkt. Körpertraining sowie Konzentrations- und Durchstehvermögen spielen in dieser Sportart eine Rolle. Es gibt Wettkämpfe (Meisterschaften) mit 100, 150, 200, 300 und 400 Würfen. Die Wettkampfbestimmungen schreiben dabei vor, dass zum Beispiel eine Meisterschaft mit 100 Würen ohne Unterbruch, ausser beim Bahnwechsel, in maximal 40 Minuten zu absolvieren sind. Also bedingt dies nebst technischem Rüstzeug auch eine entsprechend gute Kondition. Mit einer guten Kondition verbessert sich automatisch die Konzentration.
Sportkegeln ist kein Kraftsport, sondern viel Gefühl und eine gute Technik sind massgebend
Mit dem Gefühl ist das so eine Sache für sich. Viele Sportkegler haben sehr viel Gefühl beim kegeln, andere wiederum müssen diese "Gabe" zuerst erlernen.
Das Beherrschen der Kugel mit ihren physikalischen Gesetzen und das Anpassen an die unterschiedlichen Eigenschaften der einzelnen Kegelbahn-Anlagen sind das technische Rüstzeug einer Sportkeglerin oder eines Sportkeglers. Es gibt ein Sprichwort das treffend ist:
"Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen".
Fairplay / Fairness
Egoismus beim Kegelsport ist wirklich fehl am Platz, was zählt ist die Fairness, und dies vor, während und nach dem Kegeln. Wenn Du Ratschläge befolgst, Dich und Deine Nerven beherrschen kannst und in jeder Situation "Fairplay" übst, bist Du nicht nur ein gerngesehener, flotter Sportkamerad, sondern auch bald ein tüchtiger Sportkegler, der im Kreise des "SSKV" gute Kameraden findet.
Freue Dich am Kegelsport, an der Ambiance, der Kameradschaft, der Geselligkeit, der Erholung und Ertüchtigung. Man muss eine Niederlage genausgut verkraten können, wie man einen Erfolg in vollen Zügen geniesst. Es ist falsch, wenn man glaubt, die Kegelbahn müsste sich uns anpassen,
Und zum Schluss noch etwas:
"Nimm Dich selbst und Dein Resultat nie zu wichtig, denn es kochen ja alle nur mit Wasser".
Ausserdem gilt auch bei den Sportkeglern, dass das Mitmachen vor dem Rang kommt. In diesem Sinne wünschen wir nun gutes Gelingen beim Sportkegeln und viel viel Holz.
(Auszüge aus Broschüre des Schweizerischen Sportkegler-Verbandes SSKV)